Bürgerstiftung engagiert sich wieder vielfältig


Vom "Snoezelen Wagen" zur Fahrradwerkstatt, vom Schachspiel zur Trickfilmerei und von Ghana nach Ober- und Unterberken: Die diesjährigen Förderprojekte, die von der Bürgerstiftung Schorndorf bedacht wurden, spannen einen weiten Bogen. Und die Stifter, die mit ihrem Geld diese Projekte mit ermöglichen hatten, so sie denn beim Stifterforum dabei waren, neben dem Genuss mit ihrem Geld etwas Sinnvolles zu tun auch noch den Gewinn an manchen neuen Erkenntnissen und musikalisch-inspirierende Einlagen vom Kammermusiktrio der Jugendmusikschule.

Trauergruppe

Elf Projekte ausgewählt

570.000 Euro stark ist derzeit das Kapital der Bürgerstiftung. Über die Zinsen, die die Stiftung abwirft, freuen sich jedes Jahr ausgewählte Menschen, die Ideen haben, diese umsetzen und damit ihren Teil zum guten Miteinander in der Stadt beitragen. Darin werden sie dann von der Bürgerstiftung unterstützt. Elf Projekte wählten die Gremien der Stiftung heuer aus, die alle beim Stifterforum vorgestellt wurden.

Vorab gabs vom scheidenden Ersten Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Oberbürgermeister Matthias Klopfer, einen Dank an die Stifter, die das "Erfolgsmodell Bürgerstiftung" mit ihren Zuwendungen am Leben erhalten. Matthias Klopfer, der der Bürgerstiftung als Vorsitzender des Stiftungsrates erhalten bleibt, übergab am Abend sein Amt an den Ersten Bürgermeister Edgar Hemmerich. Der mit seinem Team nun die Aufgabe hat, "wieder durchzustarten". Denn in den letzten Jahren rückte man mit der Werbetrommel für die Bürgerstiftung etwas in den Hintergrund und warb dafür um Spenden für die Sanierung der Stadtkirche. Dieses Werk ist vollbracht, die unterstützenswerten Vorhaben freilich, die den Menschen in Schorndorf so einfallen, nehmen glücklicherweise kein Ende.

Manuela Petretschek stellte den "Snoezelen Wagen" vor, der für die Bewohner des Karlstiftes wunderbare Sinneserfahrungen mitbringt. Im Wort snoezlen stecken die schönen niederländischen Worte "snuffelen", schnüffeln und doezelen, dösen: Es geht also um Entspannung und Wohlgefühl.

Durchaus positiv angespannt darf man sein, sagte Martin Pfrommer, wenn man sich mit einem Mitspieler an den beiden neuen Freiland-Schachfeldern vergnügt, die der Schachverein mit Hilfe der Bürgerstiftung nun im Stadtpark errichten wird. Und durchaus konzentriert muss auch Prof. Dr. Klaus Dobler sein, der an der Dorfchronik der Dorfgemeinschaft Ober- und Unterberken schafft und dafür einen Redaktions- und Druckkostenzuschuss bekam.

Vielfältige Aktionen

Geraldine Höbel, Mitarbeiterin im Club Manufaktur, erklärte dem Publikum, was Trickfilmboxen alles können und war nicht abgeneigt, im nächsten Jahr dem Gremium eine Kostprobe des filmischen Schaffens zu liefern. Sitzkissen für die Trauergruppe für Kinder im Familienzentrum aber auch für alle anderen konnten dank der Gelder aus der Bürgerstiftung bezahlt werden, wofür sich Gabriele Schmidt-Klering bedankte.

OB Klopfer witterte schon "Nachwuchs für die Pfundskerle" aus den Reihen der Fuchshofschule. Die Kinder dort dürfen nämlich einen Ernährungsführerschein machen, den ihre Rektorin Ursula Daiber den Gästen vorstellte. Kollege Harald Schurr von der Künkelinschule zeigte, wie man mit "Tonfeldarbeit", ein Gemeinschaftsprojekt mit der Albert-Schweitzer-Schule, auch "Störenfriede" wieder beruhigt, und Michael Oelschlegel, Lehrer am Burggymnasium, bedankte sich für die Zuwendung der Stiftung für das Ghana-Austausch-Projekt mit einem in einem Landesdialekt gesprochenen Gruß aus Ghana. Simone Halle-Bosch freute sich mit den Kindern, die in die Kinderbetreuung ins Familienzentrum kommen, über das Stiftungsgeld. Peter Winter stellte zusammen mit Sanna Danso aus Gambia die Fahrradwerkstatt vor, in der Fahrräder aufgefrischt werden. Mit ihnen können Flüchtlinge, die in Schorndorf leben, erste Erkundungen in ihrer neuen Stadt machen, wofür sich Sanna Danso herzlich bedankte: "Es ist mir eine Ehre, hier vor Ihnen zu stehen."

Mehr Werbung als die Vorstellung dieser Projekte braucht die Bürgerstiftung eigentlich nicht.

Personalwechsel der Bürgerstiftung

Als Erster Vorsitzender geht Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Er bleibt in der Stiftung als Vorsitzender des Stiftungsrates und übernimmt damit das Amt von Horst Reingruber. Klopfers Nachfolger wird Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich. Ebenfalls verabschiedet wurde der stellvertretende Vorsitzende Manfred Wünsche von der Volksbank Stuttgart eG. Für ihn kommt, ebenfalls von der Volksbank, Dieter Retter. Christel Riedel bleibt im Vorstand. Die Geschäftsführung geben Nicole Marquardt-Lindauer und Thorsten Englert ab an Sonja Schnaberich-Lang und Mischa Allgaier ab.

Impulsgeber sein

Neben den Förderprojekten gibt die Stiftung 20.000 Euro für den geplanten Bau eines Treffpunktes für Asylbewerber in der Wiesenstraße. Die Stiftung ist hier "Impulsgeber", betonte OB Klopfer. Und der Impuls kommt an: Bisher liegen schon Zusagen für 70.000 Euro an Spenden vor.

Bewirtet wurden die Gäste mit leckerem Fingerfood, das die Jugendlichen der Schülerfirma "Avanti" (Fröbelschule Schorndorf) zusammen mit den Lehrern selbst zubereitet haben.




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